Kooperationen

Incomindios unterstützt die Konzernverantwortungsinitative

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Wer wir sind

Seit 1974 setzt sich die Schweizer Menschenrechtsorganisation Incomindios für die Rechte der Indigenen Völker weltweit ein. Wobei ein besonderer Fokus auf Nord-, Mittel- und Südamerika gelegt wird. Seit 2003 hat Incomindios den Beraterstatus an der UNO (ECOSOC).

Wer ist indigen?

Die Frage, welche ethnische Gruppen als indigen bezeichnet werden können beziehungsweise sich selbst dieser Kategorie zuordnen, gibt weiterhin Anlass für Kontroversen. Letztlich enden alle Debatten immer wieder bei einer Arbeitsdefinition, die der ecuadorianische Anwalt und Diplomat José Martínez Cobo in seiner von den Vereinten Nationen in den 1970er Jahren in Auftrag gegebenen Studie zur Diskriminierung indigener Bevölkerungen formulierte.

Sie basiert auf verschiedene objektive Kriterien und einer subjektiven Selbstidentifikation. Zu den Gemeinsamkeiten indigener Gruppen zählt er die historischen Erfahrungen von Kolonialismus und Eroberung, die kulturelle Differenz von der nationalen Mehrheitsgesellschaft sowie die gegenwärtige Marginalisierung und Benachteiligung. Indigenität geht also nicht zwingendermassen mit einer bestimmten Lebensweise einher.
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Kulturaustausch mit Mohawk-Schülern aus Akwesasne

Das Akwesasne Wappen

Das Akwesasne Wappen

Anlässlich einer von der Menschenrechtsorganisation Incomindios organisierten kulturellen Austauschwoche zwischen Mohawk und Schweizer Schülern, die zusammen die Westschweiz, Bern und Zürich erkunden werden, präsentieren zwei Verantwortliche aus der Akwesasne Freedom School, einer indigenen Schule der Mohawk-Gemeinschaft Akwesasne, in welcher nur auf Mohawk-Sprache (Kanien’kéha) unterrichtet wird, ihre Schule sowie deren Bedeutung für die Erhaltung der Mohawk und Haudenosaunee (Irokesen)-Kultur. Dabei werden Sie auch spannende Einblicke in diese Kultur des nordamerikanischen Ostens erhalten.

Anschliessend sind Sie aufs traditionelle “Social” (Tanz mit Wassertrommel) sowie auf ein kleines Apéro herzlich eingeladen!

Präsentationen mit den indigenen Gästen und Organisator Patrick Bapst
Do, 30. Juni, 19h – Pole Sud, Jean-Jaques Mercier 3, 1003 Lausanne

Fr, 1. Juli, 19h  – Käfigturm, Marktgasse 47, 3003 Bern

Tagesaktuelle Informationen zu den Aktivitäten der Kulturwoche in der Schweiz:
akwesasneswitzerland.tumblr.com

Die SchülerInnen-Delegation aus Akwesasne

Die SchülerInnen-Delegation aus Akwesasne


Freiwilligentreffen im Oktober 2016

Wie bereits angekündigt führt Incomindios am Freitag, 7. Oktober 2016 ein Freiwilligentreffen in Zürich durch. Sinn und Zweck dieses Treffens liegt darin, die neuen Projektideen zu präsentieren und weitere Freiwillige zu begeistern sich aktiv bei Incomindios zu beteiligen. Das Ziel der Freiwilligenarbeit ist, die Öffentlichkeit über die Indigenen Völker zu sensibilisieren und Unterstützung zu bewirken. Wie schon der uruguayische Schriftsteller Eduardo Galeano sagte: „Viele kleine Leute, an kleinen Orten, mit kleinen Taten, können die Welt verändern“.

Diverse Projekte in unseren Dossiers „Rechte“, „Ressourcen“ und „Kultur und Bildung“ stehen in folgenden Bereichen voran:

– Pädagogik/Ethnologie: der Ausbau der Module an den Schulen für Schülerinnen und Schüler der Oberstufe sowie deren Durchführung in der ganzen Schweiz

Wissenschaftliche Mitarbeit in rechtlicher, ethnologischer und/oder politischer Hinsicht: regelmässige Berichterstattung über Menschenrechtsverletzungen, Umweltverschmutzung und Rohstoffabbau im Zusammenhang mit indigenen Völker sowie Studien über indigene Völker

Germanistik und Publizistik: Reportagen und Übersetzungsarbeit

Organisatorisches / öffentliches Auftreten / Campaigning: Organisation und Durchführung von Standaktionen und Kampagnen, auch mit Partnerorganisationen (unter anderem betreffend Atomausstieg oder Gewalt an indigenen Frauen )

Verschiedenes: UNO-Repräsentation in Genf mit Relevanz für indigene Völker

Nachfolgend die Eckdaten des Freiwilligentreffens:

Datum: Freitag, 7. Oktober 2016

Ort: Incomindios, Wehntalerstrasse 124, 8057 Zürich

Zeit: 17:30 Uhr

Wir freuen uns auf ein zahlreiches Erscheinen!


Generalversammlung, Freitag 3. Juni 2016

Wandellust.ch Zollikerstrasse 74, 8008 Zürich  (Bus 33 bis Botanischer Garten od. Tram 2/4 bis Höschgasse)

Wandellust.ch Zollikerstrasse 74, 8008 Zürich
(Bus 33 bis Botanischer Garten od. Tram 2/4 bis Höschgasse)


Soja-Futtermittel bedroht Indigene an Leib und Leben

Auf der ganzen Welt protestieren Bauern für das Überleben der Kleinbetriebe. Der Protest ist mit der Initiative für Ernährungssouveränität in der Schweiz angekommen. Die Agrar-Industrie schluckt Hof um Hof. Schweizer Bauern wechseln den Job, aber in Indien und Südamerika bedeutet die Aufgabe des Landes den Tod oder Eintritt in die lebenslange Abhängigkeit der Grossgrundbesitzer sowie Monsanto, deren Chemiekeulen die genetisch veränderten Pflanzen auch in Savannen leicht zu erntende Monokulturen spriessen lassen. Sie sorgen für schnellwachsende, fette Pflanzen, die innert wenigen Jahren den Boden komplett auslaugen.

Unsere Fleischproduktion hierzulande basiert fast vollständig aus importiertem Futtermittel aus Soya. Dieses wir auf ehemaligem Regenwaldgebiet angebaut. 75% der gesamten Soya-Produktion weltweit wird als Futtermittel für Fleischproduktion verwendet (!). Dafür wird der Amazonas-Regenwald abgeholzt. Das SRF spricht von 500 Fussballfeldern pro Stunde.

Photographer: Paulo Fridman/Bloomberg

Photographer: Paulo Fridman/Bloomberg

Im Amazonas und Cerrado-Gebiet Brasiliens, wo sich Sojafelder so gross wie der Kanton Graubünden ins Land fressen, leben viele Indigene Völker, welche von gewaltvoller Vertreibung und Umsiedlungen bedroht sind. Indigene Gemeinschaften, die nur noch aus wenigen hundert Individuen bestehen, wie beispielsweise die Enawene Nawe aus dem Bundesstaat Mato Grosso, kämpfen seit Jahren gegen Vertreibung ihres Volkes aus ihrem angestammten Gebiet und die Zerstörung ihrer Lebensgrundlage.

Die Initiative für Ernährungssouveränität plädiert für „eine Versorgung mit überwiegend einheimischen Lebens- und Futtermitteln und darauf, dass bei deren Produktion die natürlichen Ressourcen geschont werden“, dies kommt auch indigenen Völkern und Kleinbauern auf der ganzen Welt zugute.

Incomindios unterstützt daher diese wegweisende Initiative für Ernährungssouveränität.

 

Bild mit Quellenangabe Bloomberg:
http://www.bloomberg.com/news/articles/2014-01-10/amazon-soy-route-seen-extending-brazil-lead-on-u-s-commodities

Textquellen:
http://www.survivalinternational.org/indigene/enawenenawe
https://intercontinentalcry.org/yexwase-yet-a-symbol-of-hope-amidst-environmental-degradation/
http://www.srf.ch/news/panorama/der-gruenen-lunge-der-erde-geht-s-dreckiger-denn-je
http://www.zeit.de/2016/11/landraub-brasilien-bewegung-landlose-landarbeiter-soja-deutschland


Incomindios ist umgezogen :: Neue Adresse

Unser neues Zuhause und neue Postadresse lautet:

INCOMINDIOS
Wehntalerstrasse 124
8057 Zürich

Tel +41 (0)44 383 03 35
mail(at)incomindios.ch


The Open Cut. Mining, Transnational Corporations and Local Populations

titel mining bookINFOE Schweiz veröffentlicht eine englischsprachige Publikation mit 13 Fallbeispielen zu den sozialen und ökologischen Folgen des Bergbaus

Die rasante Ausbreitung des Bergbau- und Metallsektors in der letzten Dekade wurde begleitet von einer Zunahme sozialer Konflikte. Welche Auswirkungen haben solche Bergbauprojekte? Welche Strategien verfolgen transnationale Unternehmen um Zugang zu den begehrten Untergrundressourcen zu erhalten und ihre Aktivitäten zu legitimieren? Und wie reagieren mit Bergbau konfrontierte indigene und lokale Gemeinschaften auf die in ihren Gebieten agierenden Firmen?

Dieses Buch beinhaltet 13 Fallstudien aus Lateinamerika, Afrika, Asien, Australien und der Schweiz. Über 20 Autor/innen untersuchen die ökologischen und sozialen Auswirkungen des Abbaus von Kupfer, Gold, Uran und anderen Mineralien in den unterschiedlichen Regionen. Mit einer ausführlichen Einleitung zum Thema und einem systematischen Vergleich der verschiedenen Bergbauaktivitäten anhand unterschiedlicher Entwicklungsphasen und sozialen Kontexten dient das in Englisch verfasste Buch als Nachschlagewerk für Aktivist/innen, Studierende und Forschende.

Inhaltsverzeichnis und weitere Informationen unter www.infoe.ch


Filmpremiere: El Abrazo de la Serpiente

Ein Film über den Amazonas und seine indigenen Bewohner, für den Oscar nominiert

El Abrazo de la Serpiente von Ciro Guerra (Kolumbien)

Weisheit im natürlichen Zusammenleben, Respekt gegenüber der Natur, Bescheidenheit, Träume, und Visionen sind Schlüsselwörter bei den indigenen Völkern, die seit Jahrtausenden den Amazonas bewohnt haben – und die durch Ressourcenplünderung der Industriestaaten vom Austerben bedroht sind.

Ciro Guerra versetzt uns zurück in die Vergangenheit und führt uns durch seine neueste Filmproduktion – “El abrazo de la Serpiente” (Umarmung der Schlange) – in die geheimnisvolle Welt des Amazonas-Regenwalds. Der Film erzählt aus der Perspektive der Indigenen, die Geschichte zweier Forscher, die in verschiedenen historischen Momenten (1909 und 1940) ins Innerste des Amazonas eindrangen, um eine Pflanze mit ausseordenlichen Eigenschaften aufzuspüren, ohne sich den Folgen ihres Abenteuers Bewusstsein zu sein.

Bildausschnitte

Bildausschnitte

 

Spektakulärer Ton und eindrucksvolle Bilder in Schwarz-Weiss bringen uns näher an die traditionelle Lebensweise indigener Völker, die seit jeher in und mit dem Urwald gelebt haben. Der Zuschauer erhält Einblicke ins Wissen ihrer Ahnen, in uralte Geheimnisse und erfährt gleichzeitig die Fragilität des Amazonas.

Oscarnominiert für den besten nicht englischsprachigen Film ist “El Abrazo de la Serpiente” der erste kolumbianische Film, der für diesen Preis nominiert wird. Wir freuen uns sehr, dass dieser nominierte Film indigenen Inhalt behandelt.

Der Film wird in der Schweiz von Trigon-Film vertrieben und wird ab 28. Januar in den deutschschweizer Kinos sein.

>> Ab sofort im Kino


«La buena vida – Das gute Leben»

PREMIEREN DEUTSCHSCHWEIZ

Alle Vorpremieren mit anschliessender Diskussion mit dem Regisseur Jens Schanze und der
Wayuu Karmen Ramírez Boscán (Zürich und Bern)

Zürich, Sonntag, 17. Januar, 11h, Riffraff
St. Gallen, Sonntag, 17. Januar, 17:30h, Kinok
Luzern, Montag, 18. Januar, 18h, Stattkino
Bern, Montag, 18. Januar, 20:30h, Kino Rex
Basel, Dienstag, 19. Januar, 18:30h, kult.kino atelier

«La buena vida» erzählt die Geschichte der kolumbianischen Dorfgemeinschaft Tamaquito vor dem Hintergrund des weltweiten steigenden Energiekonsums, den das Streben nach Wachstum und Wohlstand verursacht.

 

Szenen aus dem Film

Szenen aus dem Film

 

Die indigene Wayúu-Gemeinschaft von Tamaquito, bewohnt die Wälder im Norden Kolumbiens und lebt von dem, was die Natur ihnen bereitstellt. Seit Jahrhunderten gehen sie in den Bergen auf die Jagd, sammeln Früchte und halten Hühner, Schafe und Rinder.

Doch die Lebensgrundlage der Dorfgemeinschaft wird durch den Kohleabbau in der Mine «El-Cerrejón» zerstört: Das gewaltige Loch, mit 700 Quadratkilometern der grösste Kohletagebau der Welt, frisst sich immer tiefer in die Landschaft. Die Steinkohle für Kohlekraftwerke wird in alle Welt exportiert, auch nach England, in die Niederlanden und nach Deutschland.

Die Hauptfigur des Films und Anführer der Wayúu-Gemeinschaft, Jairo Fuentes, ist entschlossen, die gewaltsame Vertreibung seiner Gemeinschaft wegen der Mine zu verhindern. Er beginnt Verhandlungen mit den Betreibern der Kohlemine, hinter denen mächtige Rohstoffkonzerne wie Anglo American, BHP Billiton oder die Schweizer Glencore stehen.

Die Konzerne versprechen den Dorfbewohnern Fortschritt und ein «besseres Leben», die Wayúu hingegen legen keinen Wert auf moderne Häuser mit Stromversorgung. Sie beginnen den Kampf um ihr Leben in den Wäldern, der schon bald zum Existenzkampf wird.


COP21: Indigene Stimmen – mögliche Schlüsselrolle bei Klima-Zielen

Mit lauten und eindrücklichen Aktionen haben viele indigene Gruppen während den Klima-Verhandlungen COP21 in Paris auf ihre Anliegen und Bedrohung durch den Klimawandel aufmerksam gemacht. Die Indigenen hatten leider keine offizielle Stimme, was auch Incomindios in aller Form bedauert. Der Fokus liegt weiterhin auf der Energiepolitik der Industriestaaten, dennoch wurden indigene Völker im 31-seitigen Dokument fünfmal erwähnt, so auch auf der ersten Seite namentlich.

©theGuardian

Angehörige der Sarayaku aus dem Amazonas in ihrem „Kanu des Lebens“ auf der Pariser Seine. ©theGuardian

„Indigenous Peoples“ galten bei den Verhandlungen nicht als Beteiligte, sondern wurden lediglich als Anspruchsgruppe (Non-Party Stakeholder) genannt. Indigene Protestant_innen verurteilen ihre Behandlung als lediglich „Beobachtende“ und koninuierlich missachteten Menschenrechte Indigener Völker scharf.

Immerhin positiv ist, dass ein gemeinsames Abkommen der Nationen zustande gekommen ist und dass die Protest-Aktionen Indigener von vielen Medien aufgenommen wurden. Auch dass Brasilien, Guatemala und Peru in ihren eingereichten Klima-Plänen ausdrücklich auf die Wichtigkeit hinweisen, die Rechte indigener Völker zu respektieren und dass Honduras und Mexiko erklärt haben, künftig indigene Gruppen diesbezüglich zu konsultieren, birgt durchaus Hoffnung.

Indigene gehören zu den verletzlichsten und vom Klimawandel am stärksten betroffenen Gruppen. Und immer mehr Umweltstudien und Experten kommen zum Schluss, dass Indigene eine Schlüsselrolle im Kampf gegen den Klimawandel spielen könnten: Ihr Wissen um die Ökosphäre, ihre nachhaltige Lebensweise und ihr Kampf gegen Waldrodung und Mienen-Projekte könnten künftig eine tragende Rolle einnehmen.

Quellen:
http://unfccc.int/resource/docs/2015/cop21/eng/l09.pdf
http://www.survivalinternational.de/nachrichten/11018
http://uk.reuters.com/article/climatechange-summit-indigenous-idUKL8N13D0FM20151118


Monatsportärt Dezember: Sandra Ceballos

Sandra Ceballos: Anwältin für die Rechte indigener Völker in Argentinien

SandraIncomindios traf Sandra Cebolla an der achten Tagung des UN-Expertenmechanismus für die Rechte indigener Völker. Bereits während ihrer Arbeit für das nationale argentinische Radio setzte sich Sandra für die Rechte indigener Völker ein. Täglich moderierte sie das Programm „Presencia Indígena“ (dt. indigene Anwesenheit), in dem über die nationalen und internationalen Rechte indigener Völker informiert wurde. Seit 2005 ist Sandra Mitglied der indigenen Organisation „Comisión de Juristas Indígenas en la República Argentina“ (CJIRA, dt. indigene Juristenkommission der Republik Argentinien). Im Jahr 2007 übernahm Sandra die Geschäftsleitung. Da der Präsident und Gründer der Organisation, Dr. Eulogio Frites, kürzlich verstorben ist, hält sie nun bis zur nächsten ausserordentlichen Versammlung auch das Präsidialamt.

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