Kooperationen

Incomindios ist Mitglied bei Multiwatch, OECD Watch und Recht ohne Grenzen

Wer wir sind

Seit 1974 setzt sich die Schweizer Menschenrechtsorganisation Incomindios für die Rechte der Indigenen Völker weltweit ein. Wobei ein besonderer Fokus auf Nord-, Mittel- und Südamerika gelegt wird. Seit 2003 hat Incomindios den Beraterstatus an der UNO (ECOSOC).

Wer ist indigen?

Die Frage, welche ethnische Gruppen als indigen bezeichnet werden können beziehungsweise sich selbst dieser Kategorie zuordnen, gibt weiterhin Anlass für Kontroversen. Letztlich enden alle Debatten immer wieder bei einer Arbeitsdefinition, die der ecuadorianische Anwalt und Diplomat José Martínez Cobo in seiner von den Vereinten Nationen in den 1970er Jahren in Auftrag gegebenen Studie zur Diskriminierung indigener Bevölkerungen formulierte.

Sie basiert auf verschiedene objektive Kriterien und einer subjektiven Selbstidentifikation. Zu den Gemeinsamkeiten indigener Gruppen zählt er die historischen Erfahrungen von Kolonialismus und Eroberung, die kulturelle Differenz von der nationalen Mehrheitsgesellschaft sowie die gegenwärtige Marginalisierung und Benachteiligung. Indigenität geht also nicht zwingendermassen mit einer bestimmten Lebensweise einher.
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Im September 2014 führt Incomindios eine öffentliche Podiumsdiskussion zur Yasuní Initiative durch

2007 hat die ecuadorianische Regierung vorgeschlagen, die Erdölförderung im Yasuní Nationalpark zu unterlassen, um die einzigartige biologische Vielfalt zu erhalten und nicht kontaktierte indigene Völker zu schützen. Als Gegenleistung verlangte die Regierung von der internationalen Gemeinschaft einen solidarischen Ausgleichsbetrag, der mindestens 50% des entgangenen Umsatzes abdecken soll. 2013 verkündete Ecuadors Präsident Rafael Correa das Scheitern der Yasuní-Initiative aufgrund fehlender internationaler Unterstützung. Der Yasuní Nationalpark wurde für Ölbohrungen freigegeben. An der Podiumsdiskussion wollen wir mit engagierten Fachpersonen diskutieren, warum es zum Scheitern der Yasuní-Initiative kam und welche Verantwortung die internationale Gemeinschaft trägt. Die Podiumsdiskussion wurde durch die Arbeitsgruppe UNO organisiert.

 

Wo: Corner College Zürich, Kochstrasse 1, 8004 Zürich (Haltestelle Lochergut, www.corner-college.com)

Wann: 17. September 2014, 19.00 Uhr, anschliessend Apéro

Eintritt frei

Diskussionsteilnehmende:

- Dr. Armin Heitzer, Leiter Treibstoffe und Umwelt      bei der Erdöl-Vereinigung Schweiz

- Christoph Hüsser, Vize-Präsident von Pro Indígena

- Christoph Wiedmer, Geschäftsleiter GfbV

 


News aus dem EMRIP

Genf, 9. Juli 2014. In seiner Resolution 20/24 hat der UN-Menschenrechtsrat den EMRIP (Expert Mechanism on the Rights of Indigenous Peoples) beauftragt, eine Studie vorzubereiten zum Thema „Promotion and protection of the rights of indigenous peoples in natural disaster risk reduction, prevention and preparedness initiatives“. Die Studie untersucht den Zusammenhang zwischen Massnahmen zur Reduktion der Risiken von Naturkatastrophen und Menschenrechten, gibt einen Überblick über die internationalen gesetzlichen Rahmenbedingungen und analysiert einige der Faktoren, die indigene Völker einem besonderen Risiko für Katastrophen aussetzen. Die Studie geht der Frage nach, wie indigene Völker zur Reduktion der Risiken von Naturkatastrophen beitragen können und schlägt Wege vor, um die Teilnahme(-rechte) von indigenen Völkern in diesem Prozess zu verbessern.
Am EMRIP wurde die Studie präsentiert und verschiedene Staaten (u.a. USA, Guatemala, Mexiko und Bolivien) nahmen die Gelegenheit war, ihre Massnahmen zum Einbezug indigener Völker bei Massnahmen zur Reduktion der Risiken von Naturkatastrophen zu schildern. Die Vertreter verschiedener NGOs (vorwiegend aus Nord- und Lateinamerika sowie Asien) machten daraufhin Vorschläge zur Ergänzung der Studie. Wiederkehrende Themen waren dabei: die besondere Betroffenheit von Indigenen von der Erderwärmung; die Berücksichtigung von indigenem Wissen im Umgang mit Naturkatastrophen (Naturbeobachtungen, die auf eine Katastrophe wie einen Tsunami hinweisen; schamanisches Wissen etc.); dass Hilfe nach Katastrophen Rücksicht auf die Kulturen von Indigenen nehmen muss, damit diese nicht beeinträchtigt werden; die Beachtung von indigenen Sichtweisen und indigener Spiritualität sowie Sprache; die tiefe Verbundenheit Indigener zu ihrem Land; dass der Begriff „Naturkatastrophen“ eigentlich falsch und vieles vom Menschen verursacht sei; die Verantwortlichkeit der Verursacher; die besondere Betroffenheit von indigenen Frauen als Bewirtschafterinnen von Land sowie last but not least die Beachtung von Selbstbestimmung und Partizipation (Stichwort „free, prior and informed consent“).


News aus der Vorbereitungssitzung zum EMRIP

Genf, 6. Juli 2014. Im Rahmen des EMRIP (Expert Mechanism on the Rights on Indigenous Peoples) in Genf wurden an der Vorbereitungssitzung verschiedene Themen von den indigenen Vertretern aufgegriffen. Insbesondere haben mehrere Indigene auf die Stärkung des bestehenden Schutzmechanismus mit diversen Massnahmen hingewiesen. Deshalb wurde vorgetragen, dass  ein Redaktionskomitee gebildet werden soll, welches alle besprochenen Ideen, Meinungen und Strategien der Vorbereitungssitzung aufnimmt und klare Schlussempfehlungen an den EMRIP und UN-Menschenrechtsrats abgibt. Vorab wurde aber lange über den Inhalt und die Zusammensetzung des Redaktionskomitees debattiert. Trotz anfänglichen Schwierigkeiten wurde ein Konsensus gefunden. Man eignete sich, dass die indigen Vertreter aus einer Region einen Delegierten wählen, welcher seine Region im Redaktionskomitee repräsentieren wird. Im Verlauf dieser Woche sollen  die gewählten Vertreter bekannt gegeben werden.

 


Incomindios Side Event at the 28th Session of the Intergovernmental Committee on Intellectual Property and Genetic Resources, Traditional Knowledge and Folklore at the WIPO in Geneva


Incomindios Side Event EMRIP 7th Session

 


Neuer online Kurs: Bergbau, Entwicklung und Menschenrechte: Extraktive Projekte und Ökoreservate

Der Kurs wird von der peruanischen NGO “Comisión Andina de Juristas” durchgeführt.

  • Hauptthemen: Bergbau, soziale Konflikte, Umwelt-Konflikte, indigene Völker, Extraktivismus und Regierbarkeit.
  • Region: Andenregion
  • Beginn: 4. August 2014
  • Dauer: 7 Wochen
  • Kosten: 170 USD
  • Info und Anmeldung: cursos@cajep.org.pe
  • Voraussetzungen: Sehr gute Spanischkenntnisse und das Verfassen einer Schlussarbeit zum Thema.


Interview mit Brooklyn Rivera im Rahmen des United Nations Permanent Forum on Indigenous Issues (UNPFII)

Brooklyn Rivera gehört der indigen Gemeinschaft Miskito an. Brooklyn ist als unabhängiger Indigen nationaler Abgeordneter in Nicaragua. Er ist auch der Hauptführer der NGO YATAMA, welche in den 70er Jahren als Hauptorganisation der Indigenen aus der atlantischen Küste, gegründet wurde. Seit dieser Zeit  führt Brooklyn die Kämpfe und Aktivitäten der Indigenen an. Die Struktur von YATAMA ist eng mit den Sitten, Bräuchen und Traditionen der indigen Gemeinschaften verbunden. Während dem Interview erzählte uns Brooklyn über die mangelnde Selbstregierung, Autonomie und Konsultation der indigene Völker Nicaraguas.  Er schilderte uns über die Beeinträchtigung der Biodiversität, über seinen Bruch mit der sandinistischen Partei und seinen altruistischen Kampf für die Gemeinschaftsrechte der indigene Völker. Die spanische Version des Interviews finden sie hier.


Kanadas Ureinwohner klagen sauberes Trinkwasser ein

Kanada ist in diesen Tagen im Zusammenhang mit Ölförderung, Wasserqualität und Indigenen in aller Munde. Dies ist vor allem einem neuen Projekt zu verdanken, dass die kanadische Regierung in den letzten Tagen bewilligt hat, trotz heftiger Widerstände seitens Indigener und Umweltschützer. Es handelt sich um eine neue Mega-Pipeline, die Öl von der Provinz Alberta im Osten an die Pazifik Küste im Osten befördern soll.

Die Pipeline soll eine rekordverdächtige Länge von 1200km betragen. Besorgnis erregend sind vor allem die Möglichkeit von Lecks, die schwerwiegende Konsequenzen auf die Natur und das Wasser haben kann. Eine weitere Problematik sind die Durchgangsrechte der Bodenrechte. Viele Abschnitte des Landes durch die, die Pipeline gehen soll, gehören den Indigenen, die generell gegen das Projekt sind. (www.srf.ch)

Das ist auch nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass gegenwärtig schon Probleme mit Wasserverunreinigungen existieren. Die Ölförderung durch Teersand in der Provinz Alberta, die diese Megapipeline erst als nötig erscheinen lässt, hat heute schon frappante Konsequenzen auf die Wasserqualität in der Provinz.

Vier indigene Stämme haben in Calgary eine Klage gegen die kanadische Regierung eingereicht. Die Klage wirft der Regierung Untätigkeit und Vernachlässigung vor, dass sie trotz eines Gutachtens, das Verschmutzungen bestätigt und die Wasserqualität von 73% der First Nation Territorien mit der Qualität von Trinkwasser in Entwicklungsländern vergleicht, versäumt hat zu handeln. Es wird angeführt, dass Trinkwasser für die First Nation Völker gleich sicher sein soll wie das Wasser für die restliche Bevölkerung in Kanada.

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Generalversammlung Incomindios 2014

Der Zentralvorstand lädt alle Mitglieder Incomindios Schweiz zur diesjährigen Generalversammlung ein.

Auch Kurzentschlossene sind herzlich willkommen.

 

Ort:

Volkshaus, Zürich, Grüner Saal. Stauffacherstrasse 6, 8004 Zürich

Programm:

10.00 – 12.00 Uhr: Film “Whale Rider”

12.15 – 13.15 Uhr: Gemeinsamer Apéro

13.30 – 16.30 Uhr: Statutarischer Teil der Generalversammlung

 

 


Eilaktion: Ayoreo-Land muss zurückgegeben werden

© Survival International

Das Viehzuchtunternehmen Carlos Cadado S.A. hat eine Lizenz erhalten, um die letzte Zuflucht unkontaktierter Ayoreo-Indigener in Paraguay zu planieren. Doch ohne den Wald können die Ayoreo nicht überleben. Kontaktierte Angehörige der Ayoreo haben eine persönliche Videobotschaft an Carlos Cadado S.A. und dessen spanischen Mutterkonzern Grupo San José aufgenommen, in dem sie um die Rückgabe ihres Landes bitten, bevor der Wald – und mit ihm die unkontaktierten Ayoreo – für immer zerstört werden.

Bitten Sie den spanischen Millionär Jacinto Rey González, Chef beider Unternehmen, das Land an seine rechtmäßigen Besitzer zurückzugeben.

Sie können mithilfe der Textvorlage eine E-Mail verfassen. Schicken Sie diese an: estela.amador@gruposanjose.biz

Sehr geehrter Herr González,

Ihr Unternehmen Carlos Cadado S.A. zerstört die letzte Zuflucht der Ayoreo – ihr angestammtes Land, auf das sie seit 20 Jahren Rechtsanspruch erheben – um darauf Rinder weiden zu lassen. Wenn diese Arbeiten weitergehen, werden Sie und Ihr Unternehmen für die Vernichtung des letzten unkontaktierten Volkes Amerikas außerhalb Amazoniens verantwortlich sein.
Bitte, stoppen Sie die Arbeiten in dem Gebiet und geben Sie das Land seinen rechtmäßigen Besitzern, den Ayoreo, zurück.

Mit freundlichen Grüßen,

Dear Mr González,

Your company Carlos Casado S.A. plans to destroy the last refuge of the Ayoreo Indigenous Peoples – the ancestral home that they have claimed title to for 20 years – to make way for cattle. If the work goes ahead, you and your company will be responsible for the destruction of the last uncontacted Indigenous Peoples outside Amazonia.
Please stop any work from going ahead and hand the land back to its rightful owners, the Ayoreo.

Sincerely,

Eilaktion des Survival International