Kooperationen

Incomindios unterstützt die Konzernverantwortungsinitative

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Wer wir sind

Seit 1974 setzt sich die Schweizer Menschenrechtsorganisation Incomindios für die Rechte der Indigenen Völker weltweit ein. Wobei ein besonderer Fokus auf Nord-, Mittel- und Südamerika gelegt wird. Seit 2003 hat Incomindios den Beraterstatus an der UNO (ECOSOC).

Wer ist indigen?

Die Frage, welche ethnische Gruppen als indigen bezeichnet werden können beziehungsweise sich selbst dieser Kategorie zuordnen, gibt weiterhin Anlass für Kontroversen. Letztlich enden alle Debatten immer wieder bei einer Arbeitsdefinition, die der ecuadorianische Anwalt und Diplomat José Martínez Cobo in seiner von den Vereinten Nationen in den 1970er Jahren in Auftrag gegebenen Studie zur Diskriminierung indigener Bevölkerungen formulierte.

Sie basiert auf verschiedene objektive Kriterien und einer subjektiven Selbstidentifikation. Zu den Gemeinsamkeiten indigener Gruppen zählt er die historischen Erfahrungen von Kolonialismus und Eroberung, die kulturelle Differenz von der nationalen Mehrheitsgesellschaft sowie die gegenwärtige Marginalisierung und Benachteiligung. Indigenität geht also nicht zwingendermassen mit einer bestimmten Lebensweise einher.
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Filmpremiere: El Abrazo de la Serpiente

Ein Film über den Amazonas und seine indigenen Bewohner, für den Oscar nominiert

El Abrazo de la Serpiente von Ciro Guerra (Kolumbien)

Weisheit im natürlichen Zusammenleben, Respekt gegenüber der Natur, Bescheidenheit, Träume, und Visionen sind Schlüsselwörter bei den indigenen Völkern, die seit Jahrtausenden den Amazonas bewohnt haben – und die durch Ressourcenplünderung der Industriestaaten vom Austerben bedroht sind.

Ciro Guerra versetzt uns zurück in die Vergangenheit und führt uns durch seine neueste Filmproduktion – “El abrazo de la Serpiente” (Umarmung der Schlange) – in die geheimnisvolle Welt des Amazonas-Regenwalds. Der Film erzählt aus der Perspektive der Indigenen, die Geschichte zweier Forscher, die in verschiedenen historischen Momenten (1909 und 1940) ins Innerste des Amazonas eindrangen, um eine Pflanze mit ausseordenlichen Eigenschaften aufzuspüren, ohne sich den Folgen ihres Abenteuers Bewusstsein zu sein.

Bildausschnitte

Bildausschnitte

 

Spektakulärer Ton und eindrucksvolle Bilder in Schwarz-Weiss bringen uns näher an die traditionelle Lebensweise indigener Völker, die seit jeher in und mit dem Urwald gelebt haben. Der Zuschauer erhält Einblicke ins Wissen ihrer Ahnen, in uralte Geheimnisse und erfährt gleichzeitig die Fragilität des Amazonas.

Oscarnominiert für den besten nicht englischsprachigen Film ist “El Abrazo de la Serpiente” der erste kolumbianische Film, der für diesen Preis nominiert wird. Wir freuen uns sehr, dass dieser nominierte Film indigenen Inhalt behandelt.

Der Film wird in der Schweiz von Trigon-Film vertrieben und wird ab 28. Januar in den deutschschweizer Kinos sein.

>> Ab sofort im Kino


«La buena vida – Das gute Leben»

PREMIEREN DEUTSCHSCHWEIZ

Alle Vorpremieren mit anschliessender Diskussion mit dem Regisseur Jens Schanze und der
Wayuu Karmen Ramírez Boscán (Zürich und Bern)

Zürich, Sonntag, 17. Januar, 11h, Riffraff
St. Gallen, Sonntag, 17. Januar, 17:30h, Kinok
Luzern, Montag, 18. Januar, 18h, Stattkino
Bern, Montag, 18. Januar, 20:30h, Kino Rex
Basel, Dienstag, 19. Januar, 18:30h, kult.kino atelier

«La buena vida» erzählt die Geschichte der kolumbianischen Dorfgemeinschaft Tamaquito vor dem Hintergrund des weltweiten steigenden Energiekonsums, den das Streben nach Wachstum und Wohlstand verursacht.

 

Szenen aus dem Film

Szenen aus dem Film

 

Die indigene Wayúu-Gemeinschaft von Tamaquito, bewohnt die Wälder im Norden Kolumbiens und lebt von dem, was die Natur ihnen bereitstellt. Seit Jahrhunderten gehen sie in den Bergen auf die Jagd, sammeln Früchte und halten Hühner, Schafe und Rinder.

Doch die Lebensgrundlage der Dorfgemeinschaft wird durch den Kohleabbau in der Mine «El-Cerrejón» zerstört: Das gewaltige Loch, mit 700 Quadratkilometern der grösste Kohletagebau der Welt, frisst sich immer tiefer in die Landschaft. Die Steinkohle für Kohlekraftwerke wird in alle Welt exportiert, auch nach England, in die Niederlanden und nach Deutschland.

Die Hauptfigur des Films und Anführer der Wayúu-Gemeinschaft, Jairo Fuentes, ist entschlossen, die gewaltsame Vertreibung seiner Gemeinschaft wegen der Mine zu verhindern. Er beginnt Verhandlungen mit den Betreibern der Kohlemine, hinter denen mächtige Rohstoffkonzerne wie Anglo American, BHP Billiton oder die Schweizer Glencore stehen.

Die Konzerne versprechen den Dorfbewohnern Fortschritt und ein «besseres Leben», die Wayúu hingegen legen keinen Wert auf moderne Häuser mit Stromversorgung. Sie beginnen den Kampf um ihr Leben in den Wäldern, der schon bald zum Existenzkampf wird.


COP21: Indigene Stimmen – mögliche Schlüsselrolle bei Klima-Zielen

Mit lauten und eindrücklichen Aktionen haben viele indigene Gruppen während den Klima-Verhandlungen COP21 in Paris auf ihre Anliegen und Bedrohung durch den Klimawandel aufmerksam gemacht. Die Indigenen hatten leider keine offizielle Stimme, was auch Incomindios in aller Form bedauert. Der Fokus liegt weiterhin auf der Energiepolitik der Industriestaaten, dennoch wurden indigene Völker im 31-seitigen Dokument fünfmal erwähnt, so auch auf der ersten Seite namentlich.

©theGuardian

Angehörige der Sarayaku aus dem Amazonas in ihrem „Kanu des Lebens“ auf der Pariser Seine. ©theGuardian

„Indigenous Peoples“ galten bei den Verhandlungen nicht als Beteiligte, sondern wurden lediglich als Anspruchsgruppe (Non-Party Stakeholder) genannt. Indigene Protestant_innen verurteilen ihre Behandlung als lediglich „Beobachtende“ und koninuierlich missachteten Menschenrechte Indigener Völker scharf.

Immerhin positiv ist, dass ein gemeinsames Abkommen der Nationen zustande gekommen ist und dass die Protest-Aktionen Indigener von vielen Medien aufgenommen wurden. Auch dass Brasilien, Guatemala und Peru in ihren eingereichten Klima-Plänen ausdrücklich auf die Wichtigkeit hinweisen, die Rechte indigener Völker zu respektieren und dass Honduras und Mexiko erklärt haben, künftig indigene Gruppen diesbezüglich zu konsultieren, birgt durchaus Hoffnung.

Indigene gehören zu den verletzlichsten und vom Klimawandel am stärksten betroffenen Gruppen. Und immer mehr Umweltstudien und Experten kommen zum Schluss, dass Indigene eine Schlüsselrolle im Kampf gegen den Klimawandel spielen könnten: Ihr Wissen um die Ökosphäre, ihre nachhaltige Lebensweise und ihr Kampf gegen Waldrodung und Mienen-Projekte könnten künftig eine tragende Rolle einnehmen.

Quellen:
http://unfccc.int/resource/docs/2015/cop21/eng/l09.pdf
http://www.survivalinternational.de/nachrichten/11018
http://uk.reuters.com/article/climatechange-summit-indigenous-idUKL8N13D0FM20151118


Monatsportärt Dezember: Sandra Ceballos

Sandra Ceballos: Anwältin für die Rechte indigener Völker in Argentinien

SandraIncomindios traf Sandra Cebolla an der achten Tagung des UN-Expertenmechanismus für die Rechte indigener Völker. Bereits während ihrer Arbeit für das nationale argentinische Radio setzte sich Sandra für die Rechte indigener Völker ein. Täglich moderierte sie das Programm „Presencia Indígena“ (dt. indigene Anwesenheit), in dem über die nationalen und internationalen Rechte indigener Völker informiert wurde. Seit 2005 ist Sandra Mitglied der indigenen Organisation „Comisión de Juristas Indígenas en la República Argentina“ (CJIRA, dt. indigene Juristenkommission der Republik Argentinien). Im Jahr 2007 übernahm Sandra die Geschäftsleitung. Da der Präsident und Gründer der Organisation, Dr. Eulogio Frites, kürzlich verstorben ist, hält sie nun bis zur nächsten ausserordentlichen Versammlung auch das Präsidialamt.

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Der Kampf um Ressourcen: Rohstoffabbau vs. Rechte indigener Völker Amerikas

© Spiegel Online

© Spiegel Online

Unsere Serie hat den Rohstoffabbau in Amerika von Süd nach Nord, von Ost bis West unter die Lupe genommen und dessen Verschränkung mit den Rechten indigener Gemeinschaften untersucht. Klar ist: egal ob Bergbau, Staudämme oder Windkraftparks, im Zuge von Megaprojekten wird viel Schaden angerichtet und die Widerstände sind gross.

Klar ist auch, dass insbesondere in Lateinamerika der Bergbau in der Mehrheit der Länder am wachsen ist[i]. Die internationale Nachfrage nach Rohstoffen ist gross und die Preise im Steigen begriffen.

Gleichzeitig regen sich auf der ganzen Welt Proteste gegen die weitere Nutzung von fossilen Brennstoffen und der Ruf nach ‚grünen’ Energien ist laut. Doch auch das Konzept der erneuerbaren Energien kann irreführend sein[ii]. Häufig wird angenommen, dass Windkraftparks oder Staudämme wenig bis gar keine negativen Auswirkungen auf die Umwelt und die ansässige Bevölkerung haben. Leider ist dies jedoch nicht der Fall. Allein schon der Bau von grossen Staudämmen hat weltweit mindestens 40 Millionen Menschen aus ihrer Heimat vertrieben[iii] und die riesigen Windräder können weitreichende Folgen für die Flora und Fauna haben[iv].

Obwohl die Einhaltung des Prinzips von „Free, Prior and Informed Consent“ sowie der UN Leitprinzipien zu Wirtschaft und Menschenrechten noch bei Weitem nicht überall selbstverständlich ist, lassen sich auch Fälle erfolgreichen Widerstands gegen Megaprojekte beobachten. So konnten beispielsweise verschiedene Projekte zum Stillstand gebracht und die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die Probleme im Zusammenhang mit dem Abbau von Rohstoffen gelenkt werden.

Damit diese erfolgreichen Fälle zur Norm werden und nicht Ausnahmen bleiben, braucht es jedoch weiterhin Bemühungen auf nationaler und internationaler Ebene, um die Rechte der Indigenen zu wahren und die bestehenden Prinzipien und Regelungen konsequent umzusetzen.

Text: Clarina Bianchi

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Der Kampf um Ressourcen: Rohstoffabbau vs. Rechte indigener Völker Amerikas

Nachdem bereits die ökologischen und gesundheitlichen Folgen von Bergbauprojekten diskutiert wurden, stehen nun im letzten Artikel die Landrechte, die gesetzliche Grundlage, sowie Beispiele von aktivem Widerstand indigener Völker Lateinamerikas im Vordergrund.

Fokus Bergbau: Die ökologischen Folgen

© Fian International

© Fian International

Der Boden ist von zentraler Bedeutung für indigene Völker. Land ist nicht nur von wirtschaftlicher Wichtigkeit, sondern ist auch die Basis für eine traditionelle, gemeinschaftliche Lebensweise und einer kollektiven Identität. Oftmals haben die Völker zudem eine starke spirituelle Beziehung zum Land.[i] Wenn dann Regierungen und die Privatwirtschaft ganze Gemeinschaften aus diesen heiligen Territorien zwangsumsiedeln, führen diese Prozesse meist zu sozialen Unruhen und Konflikten.[ii] Weltweit, besonders aber in Amerika, sind die Landrechte der indigenen Völker durch die Ausbeutung von Rohstoffen betroffen. Viele indigene Völker fordern deshalb, selbstständig über die Nutzung von Land und Ressourcen bestimmen zu können. Dadurch ist ihr Kampf um die Anerkennung ihrer Landrechte eng mit dem Kampf um Selbstbestimmung und ihrer kulturellen Identität verknüpft.[iii]

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Café des Libertés – ein Rückblick

Ignorieren und profitieren – die Schweiz inmitten des Rohstofflabyrinths

Warum ist die Schweiz als Handelsplatz besonders beliebt? Welche Probleme ergeben sich für die lokale Bevölkerung aus den Tätigkeiten transnationaler Unternehmen? Welche gesetzliche Grundlage existiert, um Multinationale zur Verantwortung zu ziehen?

© Incomindios

© Incomindios

Diese und weitere Fragen wurden am letzten Mittwoch im Café Gloria gestellt, als zum ersten Mal das „Café des Libertés“ in Zusammenarbeit mit Codap (Beratungszentrum für Jugendliche in Sachen Menschenrechte) in Zürich stattfand. Zum Auftakt dieses neuen Projektes und im Rahmen der Konzernverantwortungsinitiative standen die Themen Rohstoffe und Menschenrechtsverletzungen im Fokus. Als Experten standen uns Stephan Suhner (ask! Arbeitsgruppe Schweiz-Kolumbien) und lic. jur. Jonatan Niedrig (Kompetenzzentrum Menschenrechte der Universität Zürich) mit ihrem Fachwissen und spannenden Details zur Seite. Obschon im kleinen Rahmen, wurde dennoch fleissig über die Verantwortung multinationaler Unternehmen in der Schweiz diskutiert und natürlich auch darüber, was wir im Einzelnen tun können.

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© Incomindios

Neben den UN Leitprinzipien, war vor allem auch die Konzernverantwortungsinitiative im Zentrum der Diskussion. Dabei wurde besonders der Vorteil der Initiative und der umgekehrten Beweislast analysiert. Dies bedeutet, dass die Unternehmen im Falle einer Anzeige beweisen müssen, dass alles unternommen wurde, um die Verletzung von Menschenrechte zu verhindern. Dies wäre ein grosser Schritt in die richtige Richtung um die Menschen vor Ausbeutung zu schützen. Fragwürdig bleibt jedoch, wie weit diese Verantwortung von Mütterfirmen gehen kann, gerade wenn die Verletzungen in Tochterfirmen ausserhalb des eigenen Landes stattfinden. Die juristische Beurteilung, welche Kriterien zwingend zu erfüllen sind, steht noch aus. Die Konzernverantwortungsinitiative wird als Chance gesehen, die Lücke von fehlenden Instrumenten bei Menschenrechtsverletzungen bei wirtschaftlichen Aktivitäten zu füllen. Da vor allem auch immer mehr Massnahmen in den USA und in der Europäischen Union getroffen werden, wäre es ein günstiger Zeitpunkt für die Schweiz, auf diesen Zug aufzuspringen und so ihre Vorreiterrolle zu beweisen. Die Initiative, die im Oktober eingereicht werden wird, lässt hoffen, dass die Schweiz ihre globale Verantwortung wahrnehmen wird!

Möchten Sie mehr Information über die Konzernverantwortungsinitiative? Klicken sie hier

Text: Karen Pfefferli

 


! Weekly Friday Incomindios News !

Der Fall Leonard Peltier

Seit über 38 Jahren sitzt er im amerikanischen Bundesgefängnis.peltier018

Leonard Peltier, 71, gehört zu den Anishinabe-Lakota Native Americans und stammt aus Nord Dakota. Wegen angeblicher Beihilfe zum Mord an zwei FBI-Agenten wurde er 1975 zu zwei lebenslänglichen Haftstrafen verurteilt[i].

Peltier war in den 1970er Jahren führender Aktivist beim American Indian Movement (AIM), eine Bürgerrechtsbewegung, welche sich für die Förderung und Aufrechterhaltung indigener Rechte einsetzt. Seit den 1960er Jahren kämpfte die Organisation gegen die Missstände, unter denen die Indigenen in den USA teilweise noch heute leiden.

Am 26. Juni 1975 kamen bei einer Konfrontation zwischen AIM-Aktivisten und FBI-Agenten im Pine Ridge Reservat in Süd Dakota die Agenten Ronald Williams und Jack Coler bei einem Schusswechsel ums Leben[ii]. Leonard Peltier wurde 1977, im Anschluss an ein ziemlich verworrenes Verfahren, des Mordes an den Agenten angeklagt und zu seiner langen Haftstrafe verurteilt. Während er zugibt, bei dem Vorfall dabei gewesen zu sein, bestreitet er noch heute, für den Tod der zwei Männer verantwortlich zu sein. Tatsächlich gibt es auch keine direkten Beweise seiner Schuld. Amnesty International hat seinen Fall lange beobachtet und untersucht und kam zu dem Schluss, dass Peltier höchstwahrscheinlich ein politischer Gefangener ist, bei dessen Prozess Beweise gefälscht und Zeugen manipuliert wurden. So wiederrief beispielsweise die Kronzeugin in dem Fall, Myrtle Poor Bear, ihre Anschuldigung und sagte aus, sie sei vom FBI unter Druck gesetzt worden.

Sowohl von einem involvierten Richter wie auch schon mehrfach von Peltiers Anwalt wurde versucht, das Verfahren aufgrund der bekannten Ungereimtheiten bei seiner Verurteilung neu aufzurollen, jedoch ohne Erfolg. 2009 wurde seine Petition für Freilassung auf Bewährung von der US Parole Commission abgelehnt, wie schon mehrere Male zuvor. Begründet wurde die Entscheidung damit, dass Peltier seine Schuld für das Verbrechen nicht eingestehe. Nun wird es erst 2024 wieder möglich sein, einen neuen Antrag auf Freilassung zu stellen[iii].

Der National Congress of American Indians, welcher über 500 indigene Gruppierungen in den USA repräsentiert, setzt sich neben anderen Regierungen und Menschenrechtsorganisationen seit langer Zeit für die Freilassung Peltiers ein[iv].

Sein gesundheitlicher Zustand verschlechterte sich über die letzten Jahre laufend und das Gefängnis in Florida ist weit entfernt von seiner Heimat in Nord Dakota, weshalb es für seine Familie extrem schwierig ist, ihn zu besuchen. Da alle rechtlichen Wege zur Wiederaufnahme seines Verfahrens erschöpft sind, wird von allen Seiten gefordert, dass Peltier aus humanitären Gründen begnadigt wird.

Präsident Obama ist nun noch gut 1 Jahr im Amt. Man geht davon aus, dass mit seinem Nachfolger die Chancen für Peltier stark schwinden, begnadigt zu werden. Es muss also etwas geschehen – und zwar bald.

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Text: Clarina Bianchi

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Monatsporträt November: Karmen Ramírez Boscán

Karmen Ramírez Boscán: Unermüdlicher Kampf für die Rechte der indigenen Frauen

©Zimbio

©Zimbio

Karmen Ramírez Boscán ist Angehörige der Wayúu und des Stammes Epinay. Im Jahr 2009 hat sie aufgrund ihres unermüdlichen Einsatzes im Friedensprozess von Kolumbien, sowie infolge ihres Kampfes für die Geltendmachung der Rolle und Rechte indigener Frauen Todesdrohungen erhalten und lebt seitdem in der Schweiz. Sie hat jedoch nie aufgehört, sich für die Rechte indigener Frauen einzusetzen.

Der interne Konflikt in Kolumbien hat Karmens Lebensweg stark geprägt. Als junge Erwachsene war sie auf gutem Weg, sich ausserhalb der Gemeinde ein neues Leben aufzubauen und studieren zu gehen. Als dann im Jahre 1995 die ersten Morde an Verwandten und Familienangehörigen verübt wurden, kehrte sie jedoch in ihr Dorf zurück und setzt sich seitdem für das Recht auf Wahrheit, auf Justiz und Wiedergutmachung ein. Das Opfer-Gesetz, der Schutz der Opfer und die Entschädigung für vertriebene Indigene sind ihr dabei besonders wichtig.

Ihr Engagement hat vor allem aber auch die Ermächtigung der indigenen Frauen zum Ziel. Deshalb hat Karmen die erste Organisation indigener Frauen gegründet, die sogenannte „Fuerza de las Mujeres Wayúu“. Sie betont, dass vor allem die Kritik innerhalb der Gemeinde ihre Arbeit erschwere. Oft wurde ihr Kampf für die Rechte der indigenen Frau als westliche, feministische Bewegung bezeichnet. Sie wird damit beschuldigt, die traditionelle Kultur der Gemeinschaft verändern zu wollen. Diese Angriffe innerhalb der eigenen Gemeinde habe sie aber zusätzlich darin bestärkt, die Anerkennung der Frau noch energischer einzufordern. In Kolumbien erleiden die Frauen eine dreifache Diskriminierung: von Seiten des Staates als Frau und als indigene Frau und dann seitens der eigenen Gemeinde. Nach 15 Jahren ist nun langsam eine Besserung in Sicht, so Karmen, denn heute beteiligen sich auch Männer an diesem Prozess.

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Incomindios Event: Café des Libertés am 9. Dezember

Immer wieder stehen Konzerne mit Sitz in der Schweiz wegen ihren internationalen Tätigkeiten negativ in den Schlagzeilen, zu häufig verletzen sie Menschenrechte.

Incomindios und Codap freuen sich, Sie in diesem Rahmen an eine Diskussionsrunde unter dem Namen „Café des Libertés“ einzuladen. Die aktuelle Veranstaltung „Ignorieren und profitieren: Die Schweiz inmitten des Rohstofflabyrinths“ findet dieses Mal in Zürich statt.

Globale Geschäfte? Globale Verantwortung!

©Codap

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Wann ? Mittwoch, 9. Dezember um 18.30 Uhr im Café Gloria

Wo? Café Gloria, Josefstrasse 59, 8005 Zürich

Wir freuen uns, zwei Experten zu begrüssen, die uns nicht nur interessante Einblicke gewähren, sondern gemeinsam mit uns die Probleme analysieren und nach Lösungen suchen werden.

Mit dabei sind:

Jonatan Niedrig (Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Kompetenzzentrum für Menschenrechte der Universität Zürich) und
Stephan Suhner von ask! (Arbeitsgruppe Schweiz-Kolumbien).

Wir freuen uns Helena Nyberg als Moderatorin begrüssen zu dürfen.

Sozial, engagiert, fesselnd : Das „Café des Libertés“

Das Café des Libertés ist eine Diskussionsrunde zum Thema Menschenrechte und findet immer in einem lokalen Café statt. Nach einer kurzen Einführung in das Thema durch die Referenten ist die Öffentlichkeit eingeladen, sich an der Diskussion zu beteiligen.

Unsere zwei Experten werden uns die rechtliche Lage rund um den Rohstoffhandel, sowie den Kontext von Kolumbien und die Problematik der Menschenrechtsverletzungen näher bringen, um dann gemeinsam als Bürger und Bürgerinnen darüber zu reflektieren, was wir tun können, um auf diese Situation zu reagieren.

Möchten Sie mehr über die aktuelle Situation rund um den Rohstoffhandel und die Schweiz erfahren? Möchten Sie aktiv werden und etwas unternehmen? Haben Sie eine Idee, die sie gerne mit anderen teilen würden? Dann freuen wir uns, Sie am 9. Dezember im Café Gloria begrüssen zu dürfen!