Die AGSAM unterstützt die indigenen Völker Süd- und Mittelamerikas in ihren Bestrebungen nach Anerkennung ihrer Rechte.
Letzte Projekte: Kundgebung gegen Glencore und Xtrata zusammen mit der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) und der Zuger Alternative – Die Grünen und unterstützt von weiteren Organisationen (Oktober 2011); Protestbriefaktion an die peruanischen Behörden und Aufforderung zur Aufklärung der Vorfälle in Bagua (Juni 2009); Zusammenarbeit mit TRIGON Film Schweiz für die Filmpremiere von ‚La teta asustada’ in Basel (Oktober 2009) und ‚Transcutucu’ (Februar 2010); Planende Unterstützung der Reise von 2 Mapuche ans CERD nach Genf, damit diese direkt von den Menschenrechtsverletzungen in ihrem Land berichten können (August 2009).
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Kontakt: Arne Baurecker
| Neuigkeiten aus der AGSAM |
Xstrata versetzt Andenstadt in Ausnahmezustand
Bern, den 15. Februar 2012
In der argentinischen Stadt Andalgalà baut der Zuger Konzern Xstrata auf parapolizeiliche Strukturen, um seine Projekte gegen den Willen der lokalen Bevölkerung durchzusetzen.
Unweit der Andenstadt Andalgalà, in der argentinischen Provinz Catamarca, befinden sich zwei der grössten Gold- und Kupferminen im Tagebau des Zuger Bergbaukonzerns Xstrata: Bajo La Alumbrera, seit 15 Jahren in Betrieb, und Agua Rica, deren Betrieb vor kurzem wieder aufgenommen wurde, nachdem dies heftige Proteste und eine richterliche Verfügung 2010 verhindert haben.
Umwelt und Landwirtschaft leiden besonders unter dem Tagebau: Unmengen Wasser dieser ohnehin dürren Gegend werden verbraucht, hinzu kommen die Verschmutzung durch Zyanid und Schwermetalle. Unter Beihilfe der Regierung Christina Kirchners entzieht die Mine Agua Rica der 17’000-Einwohnerstadt Andalgalà allmählich das Trinkwasser.
Kein Wunder wehrt sich die Einwohnerschaft samt Bürgermeister. Seit Tagen halten sie nun mit den Bauern und Indigenen Gemeinschaften der Region die Zufahrtsstrassen der Minen besetzt, um deren Zulieferer zu blockieren.Da die staatliche Repression bislang den Protesten nicht viel anhaben konnte, haben die Minenbetreiber zur Selbsthilfe gegriffen. Sie heuern Schlägertrupps an, die alle Ein- und Ausfahrten Andalgalàs kontrollieren. Für Medien, mutmassliche Minengegner und Vertreter von Menschrechtsorganisationen gibt es seit letzten Freitag kein Durchkommen mehr, Fahrzeuge werden einfach durchsucht, wer sich wehrt, wird eingeschüchtert oder gar verprügelt. Und die Polizei, anstatt die Ordnung wiederherzustellen, hält sich auf Distanz und rät allenfalls, zuhause zu bleiben.
Auch in anderen Andenprovinzen Argentiniens formiert sich breiter Widerstand gegen die über 600 Bergbauprojekte. Doch die Regierung Kirchners, die als progressiv gilt und sich die Menschenrechte auf die Fahne geschrieben hat, ist weit davon entfernt, die Rechte ihrer Bürger auf sauberes Wasser, eine saubere Umwelt und auf freie Meinungsäusserung zu schützen. Vielmehr forciert sie den Ausverkauf der natürlichen Ressourcen an multinationale Konzerne wie Xstrata und bietet diesen zusätzliche Garantien wie durch das kürzlich verabschiedete Antiterrorgesetz, mit welchem schon bald der soziale Protest kriminalisiert werden könnte. So wie dies seit Jahren im Nachbarland Chile praktiziert wird. Nur: das dortige Antiterrorgesetz stammt noch aus der Zeit der Diktatur Pinochets.
Arne Baurecker, 076 335 85 72
AGSAM Arbeitsgruppe Süd- und Mittelamerika von
INCOMINDIOS – Internationales Komitee für die Indigenen Amerikas
[1. Dezember 2011] -
Am 12. Oktober hat die AGSAM in Zug zum Protestmarsch gegen zerstörerischen Rohstoffabbau in indigenen Gebieten in Kolumbien und Argentinien aufgerufen. Vertreterinnen von indigenen Organisationen legten vor den Firmensitzen der Rohstoffgiganten Glencore und Xtrata Flaschen mit verschmutztem Wasser nieder. Unverantwortlicher Rohstoffabbau gefährdet die Qualität von Trinkwasser und anderen natürlichen Ressourcen, auf welche die Anwohner der Abbaugebiete angewiesen sind. Das kontaminierte Wasser diente als Symbol für die unmittelbare Bedrohung für Mensch und Umwelt, die von den Aktivitäten von Glencore und Xtrata ausgeht.
[27. September 2011] -
Die beiden Rohstoffgiganten Glencore und Xstrata, beide mit Sitz in Zug, gelangen vor allem
wegen ihrer Börsengewinne in die Schlagzeilen. Den Preis für diese Profitmaximierung muss
jedoch die Lokalbevölkerung bezahlen,weit weg von der Steueroase Schweiz.
Vertreterinnen betroffener indigener Gemeinschaften legen Zeugnis ab
10. bis 13. Oktober 2011, mit Übersetzung.
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[28. August 2011] -
Wir müssen den Rancheria Fluss schützen.
Rede von
Wayunkerra Epinayu (Karmen Ramirez Boscan),
anlässlich der ZukunfStattKohle – Demo in Chur, 27 august 2011
Mutter Erde ist in Gefahr. Im Territorium unseres indigenen Wayuu-Volkes, im nördlichsten Zipfel von Südamerikas (Kolumbien), befinden wir uns in einer verheerenden Situation durch die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen, aber es scheint niemanden zu kümmern, was mit einer Zivilisation wie der unsrigen geschehen kann.
Vor mehr als 30 Jahren kam ein riesiges Monster, um unsere Wounmainkat zu unterwerfen. Wounmainkat heisst Mutter Erde in unserer Sprache. Bis heute hat die Mine El Cerrejon, die weltweit grösste Kohlemine im Tagebau mit einer geschätzen Produktion von 22 Millionen Tonnen Kohle , 69’000 Hektaren Land zerstört.
Hunderte Gemeinschaften wurden im Namen des Fortschritts vertrieben. Tausende Wayuus sind der der Verschmutzung ausgesetzt. Wir leben in einer verkohlten Umwelt, unser Wasser ist mit Kohle und Schwefelsäure verseucht, unser Vieh muss kohleverschmutzte Pflanzen essen, und wir müssen uns von diesen verseuchten Tieren ernähren. In Wayuu-Territorium atmen wir Kohle, Tag für Tag, was zu Atemwegs- und Hauterkrankungen führt.
Die Inhaber dieses multinationalen Monsters El Cerrejon sind Anglo American aus Südafrika, BHP Billiton (UK) und Xstrata, die 33.33% beteiligt ist. Xstrata wiederum ist eine Tochterfirma Glencores, jene Firma, mit ihrem die kürzlichen Börsengang versucht, Mittel für ihre Expansionspläne zu beschaffen, jene Firma, deren CEO Ivan Glasenberg die Schweizer auffordert, stolz auf das Erfolgsmodell Glencore zu sein. Warum wohl sollte das Schweizer Volk stolz auf Glencore und Xstrata sein, wenn diese indigenen Territorien in Chile, Peru, Argentinien, Kolumbien usw. zerstören? Warum sollten die Schweizer stolz darauf sein, wenn diese Firmen die grösste Frau zerstören, die, die ganze Menschheit geboren hat? Warum sollten die Schweizer stolz darauf sein, wenn eine Firma wie Xstrata unseren Widerstand zum Schutz unserer Mutter Erde stigmatisiert?
Jetzt will el Cerrejon in Wayuu-Territorium expandieren, was noch mehr Zerstörung, noch mehr Verseuchung, noch mehr Bedrohung unserer Mutter Erde, unseres Wassers, unserer Luft, unseres Lebens mit sich bringt. El Cerrejon will den Fluss Rancheria umleiten, unsere einzige Wasserressource in unserem wüstentrockenen Land. Wir Wayuu müssen zuschauen wie Wounmainkat, unsere Grosse Mutter Erde langsam getötet wird, und wir Wayuu wollen nicht, dass der Rancheria Fluss getötet wird.
Alle indigenen Territorien in Kolumbien leiden unter den Konsequenzen. Seit 60 Jahren sind wir einem bewaffneten Konflikt ausgesetzt, alles im Namen des Fortschritts. Mehr als 250 Wayuu wurden von den bewaffneten Gruppen in diesem internen Konflikt getötet, bei dem die Paramilitärs, die Guerilla, die Armee und das ganze staatliche Sicherheitssystem die Menschen mit Gewalt und Blutvergiessen vertreibt. Gleichzeitig wird die nationale Gesetzgebung zugunsten der Multinationalen Konzerne angepasst.
Wir rufen euch auf, unseren Kampf zu unterstützen, bitte kommt mit uns in Zug an die Demo gegen Glencore und Xstrata, am 12. Oktober, am Internationalen Tag des Indigenen Widerstandes.
Indigene aus Kolumbien, Argentinien und Peru werden auch kommen, um der Welt klar zu machen, dass das Schweizer Volk nicht stolz sein kann auf Glencore und Xstrata, diese zwei Firmen, die ihr Imperium auf dem Leiden unserer Leute bauen, die all unsere Weisheit zerstören, die auch eure ist.
[9. August 2011] -
Im April 2011 organisierte AGSAM zusammen mit der Fachschaft Anthropologie Sociale an der Universität Fribourg eine Fotoausstellung zu den Guaraní von Tentayape. Wie Incomindios bereits im September 2010 mit einem Filmabend und anschliessender Diskussion auf die Situation der Guaranís von Tentayape, die Bedrohung ihres Lebensraumes und ihrer Lebensweise durch die Ölfirma Repsol YPF S.A. Bolivia aufmerksam machte, widmeten wir die Ausstellung in Fribourg demselben Thema. So konnte durch die Fotos von Roberto Alem (IKRK) ein Einblick in die traditionelle Lebensweise und Werte der Guaraní gewonnen werden. Auch die Bedrohung und die enormen Verluste konnten aufgezeigt werden, welcher durch das Eindringen von Repsol in ihr Gebiet erfolgen würde. Deshalb setzt sich Incomindios für die Bewahrung der Kultur der Guaraní von Tentayape, und vor allem für ihr Recht auf Selbstbestimmung ein: Sie sollen über ihr Territorium und ihre Ressourcen bestimmen können, wie das unter anderem die Konvention 169 der ILO und die UNO-Deklaration der Rechte indigener Völker verlangen.
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