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Recht ohne Grenzen

Incomindios beteiligt sich an der Kampagne "Recht ohne Grenzen". Weitere Informationen zur Kampagene finden sie hier

Ältere Artikel

Der Amazonas Regenwald ist bedroht!

Helfen Sie die Zerstörung der brasilianischen Regenwälder zu verhindern

Am 13. März 2010 wird das brasilianische Parlament darüber abstimmen, den langjährigen Forest-Code zu lockern – das Gesetz, das bisher den Schutz grosser Waldgebiete gewährleistet hat. Dies ist ihre Chance, ihre Meinung zu diesem wichtigen Fall kundzutun. Weiterlesen

 

“Nordamerika Indigene heute: Zwischen Tradition und Moderne”

Das neue Kino Basel veranstalltet im März eine Filmreihe zum Thema “Nordamerika Indigene heute: zwischen Tradition und Morderne”. Das Programm bietet eine vielversprechende Abwechslung zwischen Spiel- und Dokumentarfilmen:

1./2. März 2012, 21.00 Uhr: REEL INJUN (Dokumentarfilm, Kanada 2009, Regie: Neil Diamond, 89min, E)

8./9. März 2012, 21.00 Uhr: SMOKE SIGNALS (Spielfilm, USA, 1998, 85min, E/d/f , Regie: Chris Eyre)

15./16. März 2012, 21.00 Uhr: POWWOW HIGHWAY (Spielfilm, GB/USA 1989, 90min, E/d/f, Regie: Jonathan Wacks)

22./23. März 2012, 21.00 Uhr: OLDER THAN AMERICA (Spielfilm, Kanada 2008, 102min, E, Regie: Georgina Lightning)

29. März 2012, 21.00 Uhr: HEARING RADMILLA (Dokumentarfilm, USA 2010, 82min, E/d, Regie: Angela Webb)

30. März 2012, 21.00 Uhr: A GOOD DAY TO DIE (Dokumentarfilm, USA 2010, 52min, E/d, Regie: Lynn Salt, David Mueller)

30. März 2010, 22.00 Uhr: TWO SPIRITS (Dokumentarfilm, USA 2009, 54min, E, Regie: Lydia Nibley)

Weitere Informationen zu den einzelnen Filmen finden Sie hier oder beim neuen Kino Basel.

Helft den Indigenen den Nationalpark Alto Purús zu schützen!

Der Alto Purús, einer der grössten Nationalparks in Peru, ist einer der wenigen Orte, die eine äusserst grosse Artenvielfalt bewahren konnten. Weitgehend unerschlossen, bietet dieses Gebiet nebst vielen schützenswerten Tieren und Pflanzen auch mindestens zwei bisher unkontaktierten indigenen Stämmen einen einzigartigen Lebensraum. Bergbau, illegale Abholzung, Ölförderung und Infrastrukturprojekte gefährden jedoch schon seit längerem das Überleben dieser Völker und des ganzen Ökosystems. Ohne Abwehrkräfte gegen von ausserhalb kommende Krankheiten sind die Indigenen, beispielsweise bei einer Erkältung, völlig ausgeliefert und drohen daran zu sterben. Auch sind sie auf ein funktionierendes Ökosystem angewiesen um weiterhin in diesem Gebiet leben zu können.

Jetzt soll auch noch Mitten durch den Regenwald eine Straße gebaut werden, um Brasilien mit Peru zu  verbinden und den Zugriff auf Rohstoffe und deren Abtransport zu ermöglichen. Der Abschnitt zwischen den Städten Puerto Esperanza und Iñapari führt direkt durch den besonders artenreichen Nationalpark Alto Purús. Die Einwohner des Gebiets sind sich mit Wissenschaftlern und Umweltgruppen einig – eine Straße durch den Nationalpark wäre das Ende seiner natürlichen und kulturellen Vielfalt.

Unterstützen Sie die Kampagne von Rettet den Regenwald e.V. mit Ihrer Unterschrift!

Jetzt Unterschreiben!

Unterschriftensammlung für die Freilassung des indigenen Bürgerrechtlers Leonard Peltier

Leonard Peltier, geboren am 12. September 1944 in Grand Forks, Nord Dakota/ USA, ist Anishinabe und Dakota/Lakota. Er gehörte der Führung der indianischen Bürgerrechtsbewegung American Indian Movement (AIM) an. Als 1975 im Pine Ridge Reservat der Oglala Lakota in Süd Dakota zwei FBI-Agenten und ein junger Indigener bei einer Schiesserei ums Leben kommen, wird er verhaftet. Sein Prozess basierte zu einem grossen Teil auf Falschaussagen und manipulierten Beweisen, was schliesslich 1977 seiner Verurteilung zu einer Haftstrafe von zweimal lebenslänglich führte.

Leonard Peltier ist heute 67 Jahre alt und seit 35 Jahren unschuldig in Haft. Trotz eingestandener Verfahrensfehler und obwohl die US-Behörden inzwischen zugeben, dass sie nicht wissen, wer vor mehr als 30 Jahren die tödlichen Schüsse abgegeben hat, sind alle Versuche der Anwälte Peltiers, ein neues Verfahren zu erwirken, bislang gescheitert. Angesichts seiner langen Haftzeit und der allseits konstatierten guten Führung hätte er ohnehin schon lange vorzeitig auf Bewährung entlassen werden müssen. Die zuständige Kommission besteht als Voraussetzung aber auf einem Schuldeingeständnis – für eine Tat, die er nicht begangen hat. Der Rechtsweg ist erschöpft. Die letzte Hoffnung für Leonard Peltier ist daher die Begnadigung durch Präsident Obama… weiter lesen und unterschreiben!

Weitere Informationen finden Sie bei Leonard Peltiers Defense Offense Committee oder in unserem Themenheft Nr. 1, welches im Shop erhältlich ist.

“Uran, Gesundheit und Umwelt” – Konferenz in Bamako / Mali, 16. – 18. März 2012

Das afrikanische Dorf FALEA, welches 21 Weiler und etwa 17 000 Einwohner zählt, befindet sich im Grenzgebiet Malis zu Guinea und Senegal. Es liegt auf einem traditionell landwirtschaftlich genutzten Hochplateau inmitten unberührter Natur mit einer vielfältigen Flora und Fauna. Es gibt dort weder Elektrizität noch Fahrzeuge. Die Gegend ist während mehrerer Monate (Regenzeit) eine Enklave, das heisst vom malischen Kernland durch den Fluss Faleme abgetrennt. Der französische Atomkonzern Cogema (heute AREVA) entdeckte in FALEA vor Jahren Uranium-, Kupfer- und Bauxitvorkommen. Im Jahre 2007 schloss die Firma Delta exploration, heute Rockgate Capital Corp mit der Regierung Malis einen Vertrag über den Abbau dieser Rohstoffe ab. Die Vertragklauseln wurden stillschweigend vereinbart. Auf der Internetseite von Rockgate ist zu lesen, dass ein Gebiet von 150 km2 an die Kapitalgesellschaft Rockgate abgetreten wurde, aber der Ältestenrat, der seit 1995 institutionalisierte Gemeinderat und die Bevölkerung FALEAS wurden hingegen weder offiziell informiert noch gefragt. Im Jahre 2008 entstand eine Luftlandepiste, die kaum 50 Meter von der Schule FALEAS entfernt endet… weiter lesen!

FALEA ist ein Beispiel unter vielen. In den vergangenen Jahren haben sich Uranfirmen verstärkt Afrika zugewendet, um Uran zu finden und abzubauen. Mali und auch andere Länder in Afrika sind davon betroffen. Die Menschen vor Ort, oft sind es indigene Völker die besonders betroffen sind, NGOs und Regierungen sind über Methoden und Folgen des Uranbergbaus oft nicht umfassend informiert. Während der dreitägigen Konferenz “Uran, Gesundheit und Umwelt” wird vielseitig informiert über den Uranabbau in Afrika und seine Folgen für die betroffene Bevölkerung und ihren Lebensraum. Referate, Diskussionen und Filmvorführungen bieten ein abwechslungsreiches Programm, Raum für einen offenen Dialog und hoffentlich konstruktive Lösungsvorschläge.

Anmeldeschluss: 2. März 2012

Programm der Konferenz (D)

Programm der Konferenz (E)

Programm der Konferenz (F)

Deutsche Künstler wollten Meteorit „El Chaco“ aus Argentinien abtransportieren.

Für die indigenen Bewohner von Chaco, dem Mocovi-Volk, ist der Meteorit „El Chaco“ ein kulturell und historisch wichtiges Erbe. Im Namen der Kunst hätte der zweitgrösste Meteorit der Welt aus dem Norden Argentiniens nach Kassel, Deutschland, befördert werden sollen. Für Mocovi wird das meteorische Gestein als Quelle von Reichtum und Macht angeschaut. Die Indigenen benutzen es auch als Mittel, um eine Verbindung zwischen Himmel und Erde herzustellen. Dieses Gestein ist mit der Geschichte des Volkes verwurzelt und ist bis heute Teil der Identität der Provinz Chaco.

Mit dem künstlerischen Projekt Documenta 13 aus Deutschland wären die Rechte der Indigenen verletzt worden, denn es wäre keine Rücksicht auf die kulturelle und soziale Relevanz dieses Meteoriten genommen worden. Ohne das Einverständnis und der Teilnahme des indigenen Volkes an einem solchen Projekt werden die Menschenrechte auf nationaler sowie internationaler Ebene missachtet. Wenn ein Stück der Landschaft dieses Ausmasses herausgerissen wird, wird die ganze Vernetzung zwischen Volk, Land und Geschichte auf den Kopf gestellt.

Nach langen Verhandlungen und dank des grossen Widerstandes des Mocovi-Volkes wurde das Projekt nun zurückgezogen.

Auch Schweizer Konzerne machen im Ausland ungestraft schmutzige Geschäfte.

Über drei Viertel der weltweiten Biodiversität liegt auf indigenem Land, welches durch vielfältige wirtschaftliche Interessen bedroht ist. Der Uranabbau, die Abholzung der Urwälder, die Erdöl- und Teersandausbeutung sowie die Übernutzung der Wasservorräte zerstören weltweit Böden und Gewässer.

Fordern Sie Bundesrat und Parlament auf, dafür zu sorgen, dass Firmen mit Sitz in der Schweiz die Menschenrechte und die Umwelt weltweit respektieren müssen. Unterschreiben Sie die Petition der Recht Ohne Grenze Kampagne, die von Incomindios unterstützt wird.

Staudamm Belo Monte – Helfen Sie mit, die illegalen Bauarbeiten zu stoppen!

Vale by Public Eye, Declaration of BerneAm Xingu- Fluss im Amazonas soll das drittgrösste Wasserkfraftwerk der Welt gebaut werden.

Die Böden, die Wälder und das Land – kurz: die Lebensgrundlage – der dort lebenden indigenen Gemeinschaften würden weggeschwemmt und somit zerstört werden.

Im Januar 2012 erhielt der brasilianische Minenkonzern Vale den Public Eye Schmähpreis als das übelste Unternehmen des Jahres. Vale baut mitten im Amazonasgebiet den Belo-Monte-Staudamm. 40‘000 Menschen werden ohne Entschädigung zwangsumgesiedelt.

Hier finden Sie weitere Informationen über das Staudammprojekt und den Protest der brasilianischen Indigenen.

Helfen Sie mit, den Bau des Belo Monte-Damms zu verhindern!

Unterzeichnen Sie die Petitionsschrift!

Appell für die Guaraní-Kaiowá in Brasilien

Amnesty International und GfbV Deutschland bitten um Beteiligung an einer Urgent Action anlässlich des Übergriffs auf die Guaraní-Kaiowá in welchem Nísio Gomes getötet und drei Kinder entführt wurden. Incomindios schließt sich diesem Aufruf an und bittet Sie um rege Beteiligung und Weiterverbreitung.

Durch den Verlust von nahezu ihrem gesamten Land in den letzten 100 Jahren, sind die Guaraní in extreme Armut geraten. Sie können nicht genug Nahrung anbauen, weil ihre Landrechte vollkommen ungeklärt sind oder die Flächen, auf denen sie leben, viel zu klein sind. Am schlimmsten ist die Situation der 37.000 Guaraní Kaiowá. Die Mehrheit aller brasilianischen Kaiowá leben heute eingepfercht in kleinen Schutzgebieten im Bundesstaat Mato Grosso do Sul, umgeben von Viehweiden, Soja- und Zuckerrohrplantagen. Manche besitzen überhaupt kein Land und leben unter Planen am Straßenrand. Die Selbstmordrate unter den Guarani gehört zu den höchsten in Südamerika.

Auf der Tagung des Runden Tisches Brasilien am Wochenende des 25.-27. Novembers waren dieser Überfall und die prekäre Situation der Guaraní-Kaiowa in Brasilien ebenfalls Thema. Die TeilnehmerInnen verfassten einen Brief an Dilma Rousseff, in dem sie die umgehende Aufklärung des Mordes an Nísio Gomes, Schutzmaßnahmen für die Gemeinschaft der Guaraní-Kaiowá und die Anerkennung ihrer territorialen Rechte einforderten.

Fordern Sie, dass der Aufenthaltsort der drei entführten Kinder umgehend ermittelt wird, der Tod des indigenen Gemeindesprechers Nísio Gomes unabhängig und sorgfältig untersucht wird und die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden. Briefvorlage

Weltbank entsetzt Umwelt- und Menschenrechtsaktivisten mit neuem Programm

Ein neues Programm der Weltbank, Program for Results genannt, lässt Kreditnehmer aufatmen und Menschenrechtsaktivisten erschaudern: Mit dem neuen Programm würden 26 Schutzvorrichtungen bei grossen Entwicklungsprojekten praktisch ausser Kraft gesetzt werden – darunter auch jene, welche Schutz für Indigene Gemeinschaften oder natürlichen Lebensraum bieten und nach jahrelangem Verhandeln endlich bindend waren. Den ganzen Artikel können Sie hier lesen.

Was bedeutet das neue Programm für Indigene Gemeinschaften?

Die konkreten Folgen für die Indigenen Gemeinschaften sehen laut dem Bericht der Indian Law Resource Center besonders düster aus: Nicht nur ihr eigener Schutz wird aufgehoben, sondern auch Klauseln, die direkt mit ihnen in Zusammenhang stehen. So würden bei Missachtung des Schutzes für natürliche Lebensräume auch ihre Territorien den Programmen zur Verfügung gestellt, und ihre Zwangsumsiedlung wäre auch nicht mehr verboten. Weiter sind die Gebiete, auf die sich die Weltbank innerhalb der Regierungsprogramme ebenfalls fokussieren will, besonders relevant für Indigene Gemeinschaften: Transportsysteme, Bildung und Waldung. All diese drei Gebiete gehen mit enormen Beschneidungen der indigenen Lebensweise einher. Nicht selten werden nach dem Bau neuer Transportsysteme nicht nur zuerst viele Indigene umgesiedelt, es wird auch Zugang für Rohstofffirmen geschaffen, welche die dort reichlich vorhandenen Rohstoffe abbauen. Nicht selten werden dabei Krankheiten gebracht, gegen welche die Indigenen keine Resistenz haben und Prostitution und Ausbeutung der indigenen Frauen kommen häufig vor. Ähnlich traumatisch wirken sich Bildungsprogramme aus: Oftmals sollen alle Kinder in dieselbe Schule, welche vom Staat finanziert werden soll.

Indigene Kinder werden  von ihren Eltern getrennt und weit fort in Schulen gebracht, wo sie oft weder die Sprache verstehen und aufgrund des meist vorherrschenden Rassismus sozial ausgeschlossen sind. Eingriffe in das Forstwesen auf indigenen Territorien bedeuten einen Verstoss gegen das Recht der Indigenen Völker auf „permanente Souveränität über ihre natürlichen Ressourcen“ (permanent sovereignity over their natural ressources PSNR), die eng mit ihrem Selbstbestimmungsrecht, Eigentum und ihrer ganzen Lebensweise verbunden sind. Für sie ist Land nicht einfach Besitz oder Produktionsmittel, sondern ein spirituelles Element, welches für ihre Lebensweise absolut fundamental ist.

Das ILRC fordert deshalb, dass das Konzept der freien vorherigen Konsultation (Free Prior and Informed Consent) immer angewendet werden muss und sie in die Entwicklung von Programmen mit einbezogen werden müssen. Ausserdem fordern sie, dass die Gewinne, die aufgrund der Kommerzialisierung oder Entwicklung ihrer natürlicher Ressourcen erzielt worden sind, mit den Indigenen Gemeinschaften geteilt würden.