Für die Indigenen sind die Pflege ihrer Sprache und Kultur und die Aneignung einer guten Bildung der Schlüssel zum Überleben als eigenständiges Volk innerhalb einer dominierenden Gesellschaft. Deshalb unterstützt INCOMINDIOS Schweiz Initiativen und Projekte, die der Förderung aller kulturellen Aspekte indianischer Kultur und Bildung dienen.
Die Weitergabe indianischer Traditionen und Überlieferungen von den wissenden Ältesten an die jüngeren Generationen (Elders Circle Fund) bildet die Grundlage des kulturellen Überlebens. Der interkulturelle Austausch zwischen indianischen und Schweizer LehrerInnen (INSCHU – indianische Schulung) motiviert die hiesige junge Generation, sich aktiv mit Menschenrechtsfragen auseinanderzusetzen. Für Lakota-Kinder und Jugendliche im ärmsten Reservat der USA (AG Lakota) bietet die Freizeitgestaltung in einem geschützten Raum die Möglichkeit, sich gemeinsam mit anderen sinnvoll zu betätigen. Die von Elders und SozialarbeiterInnen geführten Jugendhäuser ersetzen oft ein zerrüttetes Zuhause. Mit Patenschaftsprojekten (FUTURES FOR CHILDREN) werden indianische Kinder im Südwesten der USA in ihrer Schulausbildung unterstützt; denn ein Abschluss ist die Voraussetzung für einen Job mit geregeltem Einkommen und soziale Sicherheit.
In Südamerika unterstützen wir indigene Gemeinschaften und Organisationen in Aufgaben, welche die Bewahrung ihrer Kultur und die Verbesserung der Lebensbedingungen anstreben (AG Schulen und Bildung in Südamerika), durch finanzielle Beiträge zur Ausarbeitung von Lehrmaterial in der eigenen Sprache (z.B. die Ticuna in Brasilien und Mapuche in Argentinien), sowie an die Durchführung von Kursen zur Erwachsenenbildung (z.B. an die Shuar in Ecuador und die Uru in Peru).
AG Elders Circle Fund
Die Arbeitsgruppe Elders Circle Fund hilft mit seinen Geldspenden, die jährlichen Treffen des Traditional Circle of Indian Elders and Youth in Nordamerika zu finanzieren. Dank diesen Treffen ist es den Ältesten möglich, ihre traditionellen Werte der indigenen Jugend weiter zu geben.
1977 fand in den USA das erste Treffen des Traditional Circle of Indian Elders and Youth statt. Dieser besteht aus indianischen Elders verschiedener Stämme Nordamerikas, die sich jährlich treffen, um miteinander kulturelle, soziale und politische Probleme anzugehen. Parallel zum Traditional Circle wurde von Bob Staffanson und anderen einflussreichen Weissen aus Montana das American Indian Institute (AII) gegründet. Das AII ist eine nicht gewinnorientierte Institution, die durch Spenden den Traditional Circle finanziell unterstützen soll. Um eine „weisse“ Beeinflussung zu vermeiden, arbeiten die beiden Gruppen seit jeher unabhängig voneinander. Die Arbeitsgruppe (AG) Elders Circle Fund unterstützt mit Spenden von Incomindios-Mitgliedern das AII, um die sehr wichtigen Treffen des Traditional Circles auch in Zukunft ermöglichen zu können. Die Hilfe aus der Schweiz ist unabdingbar, um die wertvolle Arbeit der Elders zu unterstützen und den Indigenen Nordamerikas eine lebenswerte Zukunft zu sichern. Mit einem Spendenaufruf werden die Mitglieder von INCOMINDIOS einmal jährlich gebeten, dieses Projekt zu unterstützen. Die AG wird von einer einzigen Person betreut.
AG InSchu
Die AG Inschu betreibt Bildungsarbeit in der Schweiz und vermittelt durch eigene Erfahrungen und wissenschaftliche Erkenntnisse erlangtes Wissen. Freiwillige gehen an Schweizer Schulen, um Kinder für die Anliegen der Indigener Völker zu sensibilisieren. Dabei geht es darum, von einem Bild des ‚Indianers‘ als mit Federn geschmückten Büffel-Jägers wegzukommen. Die heutigen Indigenen Völker in Nord- und Südamerika leben längst nicht mehr abgeschirmt von der Umwelt, sondern sind konfrontiert mit der Modernisierung in einem staatlichen Umfeld.
Bildungsmodul 1 behandelt das Thema „Stereotypen und Indigene“ und ist darauf ausgerichtet, ein differenziertes Bild der Indigenen zu vermitteln und über Vorurteile nachzudenken. Wer ist Indigen? Wie werden kulturelle Grenzen gezogen?
Bildungsmodul 2 behandelt das Thema „Indigene und Ressourcen“. Ob für die Durchführung der Olympiade ganze Berghänge abgewaldet werden oder die Suche nach Gold die Flüsse im Amazonas-Gebiet verschmutzt, immer ist es die lokale Bevölkerung, die darunter leidet. Dieses Schulmodul zeigt, welche Probleme und Konsequenzen der zunehmende Abbau von Ressourcen bringt.
Durch eine bewusste Konfrontation mit dem „Fremden“ lernen die Kinder sich selber kennen und entdecken die Gemeinsamkeiten, die uns Menschen verbinden. Kinder sollen früh lernen von verschiedenen Kulturen zu profitieren anstatt sich durch sie abzugrenzen.
AG Schulen und Bildung Südamerika
Überall wo indigene Völker wie Inseln in einer nicht indigenen Gesellschaft existieren müssen, wird immer deutlicher sichtbar wie entscheidend das Bewahren und Schützen der eigenen Sprache und Kultur für das Weiterbestehen eines Volkes ist. Es ist die Basis für ein positives Selbstverständnis und eine eigene Identität. Wo immer indigene Völker diese eigene Identität verlieren, ist ihre Existenz gefährdet. Die Folgen sind vielerorts sichtbar: Abwanderung in die Städte, psychische und physische Verwahrlosung, Alkoholismus und Arbeitslosigkeit, und zu guter Letzt Entwurzelung und der Zerfall ganzer Stammes-Gemeinschaften.
Nebst der eigenen Kultur wird es aber für indigene Völker auch immer wichtiger die offizielle Landessprache zu beherrschen und sich das Know-how für den Umgang mit der “anderen Welt” anzueignen.
In diesem Sinne unterstützen wir interkulturelle Schulprojekte, welche auch die Bewahrung und Förderung der eigenen Sprache und Kultur zum Ziel haben, sowie auch Projekte zur Weiterbildung Erwachsener, damit sie als indigenes Volk eine Chance zu haben, sich für die eigenen Land- Selbstbestimmungs- und Menschenrechte einzusetzen.
AG Lakota
Eine Kaltfront ist über die beiden Lakota Reservate Pine Ridge und Cheyenne River hereingebrochen und hat die Infrastruktur lahmgelegt. In Cheyenne River sind die Menschen seit Tagen ohne Strom, da ein Eissturm viele Stromleitungen unterbrochen hat. Viele Leute, die auf Dialyse angewiesen sind, wurden nach Rapid City evakuiert und wohnen zur Zeit in Motels. Anscheinend hat es auch seit Tagen kein Wasser mehr, weshalb eine Gruppe aus Pine Ridge nun versucht, Wasser nach Cheyenne River zu bringen.
“It is pretty serious. We have quite a few families that are without water at this point. And quite a bit of families that are, homes that are without electricity also,” tribal chairman Joseph Brings Plenty said.
Menschen in Pine Ridge stehen vor dem Erfrieren, da ihr Propangasvorrat für die Heizungen bereits aufgebraucht ist und sie kein Geld für neue Lieferungen mehr haben. Bitte helfen Sie! Nothilfe-Spenden können Sie auf das INCOMINDIOS Konto 87-4360-6 mit dem Vermerk „Lakota Winter 2010“ überweisen. Vielen Dank!








